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Geschichte der Goldmine in Złoty Stok

Schon um 2000 v. Chr. haben Menschen in der Gegend um Złoty Stok (Reichenstein) nach Gold gesucht. In unzähligen Jahrhunderten, die seitdem vergangen sind, sind in die Berge, die das Städtchen umgeben auf bis zu 21 Ebenen an die 300 km Stollen, Schächte und Gänge hineingetrieben worden.

Das erste schriftliche Zeugnis, das Bergbautätigkeiten um Złoty Stok bezeugt stammt von 1273.

Es ist eine Urkunde in der Henryk (Heinrich) IV. Probus, Herzog Schlesiens und Kleinpolens, den Zisterziensern aus Kamieniec Ząbkowicki (Kamenz) das Privileg einräumt bei Złoty Stok nach Erzen zu suchen. Die Zisterzienser waren erfolgreich und so entstanden hier erste mittelalterliche Bergwerke. Sie wechselten oft den Besitzer was jedoch nicht ihrer Effektivität schadete; im 15. Jhdt. gehörten sie zu den ertragsreichsten ganz Schlesiens.

So kaufte zu jener Zeit der im 15. Jhdt. sehr prominente Nürnberger Bildhauer Veit Stoß, der auch längere Zeit für den polnischen König gearbeitet hatte und in Krakau lebte, Anteile an den Goldbergwerken; hierfür investierte er seinen Lohn, den er für die Anfertigung des berühmten Altars in der Krakauer Marienkirche erhalten hatte. Die Fugger, die damals einige Bergwerke in Złoty Stok besaßen versprachen dem Künstler eine Verdoppelung, wenn nicht eine Verdreifachung des von ihm investierten Geldes. Unglücklicherweise erschöpften sich alsbald die Goldvorkommen in den fuggerschen Bergwerken wodurch Veit Stoß zu verarmen drohte. Von Verzweiflung getrieben fälschte er Schuldscheine, wofür man ihn in Wrocław (Breslau) ins Gefängnis warf um ihm später in Nürnberg den Prozess zu machen. Seine Schuld wurde bewiesen; Stoß wurde öffentlich gebrandmarkt und ins Stadtgefängnis geworfen.

Überhaupt war die erste Hälfte des 15. Jhdts. keine gute Zeit für Złoty Stok. Während der Hussitenkriege (1419-1434) wurde viel zerstört und geplündert. Erst in der 2. Hälfte des Jahrhunderts stabilisierte sich die Lage etwas und die Bergbaustadt konnte sich weiterentwickeln. 1484 richtete man in Złoty Stok ein Bergbauamt ein; 1491 erhielt der Ort ein Wappen, eine Fahne und Bergbauprivilegien.

Zur Blütezeit kam es Anfang des 16. Jhdts. So wurde 1507 die herzogliche Münzprägestätte von Ząbkowice Śląskie (Frankenstein) nach Złoty Stok verlegt und die Herstellung von Golddukaten wurde aufgenommen. Das steigerte die Bedeutung Złoty Stoks enorm und brachte dem Ort auch finanzielle Vorteile ein. In den 20er Jahren des 16. Jhdts. begannen bergbauspezifische Unternehmen aus ganz Europa sich hier niederzulassen. Zu jener Zeit wurde an gut 200 Stellen nach Gold gegraben und man lieferte ca. 8% der gesamteuropäischen Goldproduktion ab.

Leider hielt die technische Entwicklung nicht Schritt mit dem intensiven, einzig am immer größeren Gewinn orientierten Raubabbau. So kam es zu vielen schweren Unfällen. Eines der schwersten Unglücke war der Einsturz des 72 m tiefen Hauptschachtes im Bergwerk „Goldener Esel“. Damals starben 59 Bergleute. Man hat den Schacht nie wieder frei gelegt, so dass die Toten nie geborgen werden konnten. Die Tragödie im „Goldenen Esel“ markierte den Beginn des langsamen Niedergangs des Goldabbaus in Złoty Stok; schon bald nach der Katastrophe zogen sich die Fugger aus ihren hiesigen Unternehmungen zurück.

An dieser Stelle erscheint es erwähnenswert, dass das Gold aus Złoty Stok auch seinen Anteil an der Weltgeschichte hat. Bevor sich die Fugger zurück zogen finanzierten sie mit dem hier geförderten Edelmetall die spanische Königin Isabella; diese wiederum verwendete es u.a. dazu, die Kolumbus-Expedition, die zur Entdeckung Amerikas führte, zu finanzieren.

Berühmt wurden die Bergwerke von Złoty Stok noch einmal als man hier 1612 zum ersten Mal in Europa eine Sprengung mit Schießpulver durchführt. Doch dieses Ereignis rettet die Stadt nicht vor ihrem Niedergang, der von weiteren Bergbaukatastrophen, Seuchen, Stadtbränden (bei einem kamen 1100 Menschen ums Leben) und schließlich die Verwüstungen des 30-jährigen Krieges (1618-1648) verursacht wurde.

Ein Silberstreif am Horizont kam erst auf, als sich in der Stadt der Apotheker und Alchemist Hans Schärffenberg niederließ. Nach vielen Versuchen gelang es Schärffenberg Arsenik aus arsenhaltigen Erzbrocken zu gewinnen. Dank seiner Entdeckung wurde Złoty Stok für über 100 Jahre zum europäischen Hauptlieferanten des weißen, giftigen Pulvers. Die Erben Schärffenbergs waren leider keine guten Unternehmer; schnell wurden die Erzvorräte aufgebraucht, das Bergwerk und die Schmelzhütte stillgelegt.

Der Goldabbau in Złoty Stok lebte nach den Schlesischen Kriegen wieder auf. Ab 1848 wurde eine neue Methode zur Goldgewinnung angewendet, die den Abbau- und Verarbeitungsprozess deutlich preiswerter machte. Wilhelm Güttler führte diese Methode, die auf der Anwendung von Chlor basierte, in Złoty Stok ein. Mit der neuen Technologie lohnte es sich wieder aus dem goldträchtigen Erz, aus dem die Goldgewinnung mit alten Methoden nicht mehr gewinnbringend war, Gold heraus zu schmelzen. Güttler kam so zu genug Kapital um 1883 alle Bergbaugebiete um Złoty Stok aufzukaufen. Bis 1945, als bekannterweise die Grenzverschiebungen stattfanden, verblieb Familie Güttler im Besitz der Goldbergwerke Złoty Stoks. Als umsichtige Unternehmer investierten die Güttlers viel in die Entwicklung ihres Unternehmens; so wurde z.B. in einem der Bergwerke eine elektrische Schmalspurbahn für den Transport abgebauter Erze eingerichtet. Und auch zum Wohle der Stadt, das eigene Wohl im Auge behaltend, setzten sich die Güttlers ein. Auf ihre Bestrebungen hin wurde Złoty Stok im Jahre 1900 an die Eisenbahn angeschlossen, was dem Unternehmen der Güttlers, aber auch anderen hiesigen Industriellen und allgemein den Stadtbewohnern Nutzen brachte.

Während des II. Weltkrieges blieb Złoty Stok von den Kampfhandlungen verschont. Die in Jalta und Potsdam gefassten Beschlüsse der Alliierten verschoben die Grenzen Deutschlands und Polens was zur Folge hatte, dass aus Reichenstein Złoty Stok wurde. Die Güttlerschen Bergwerke wurden zum volkseigenen Betrieb, da es im damals sozialistischen Polen keine privaten Großunternehmer geben durfte. Man führte den Goldabbau fort; in den Bergwerken arbeiteten nun Bergleute aus der Region Górny Śląsk (Oberschlesien), die sich hier nach 1945 ansiedelten. Eine Zeit lang arbeitete im Bergwerkslabor noch ein deutscher Facharbeiter, der die polnischen Bergleute in der Bedienung der Gerätschaften schulte. 1948 begann man mit der Suche nach neuen Goldvorkommen. 1962 wurden die Bergwerke stillgelegt. Es ist nicht bekannt, wieso die Regierung in Warschau die Förderung einstellen ließ und so ist diese Entscheidung bis heute umstritten. Schließlich förderte man 20-30 kg Gold jährlich, erst 1961 fiel die Produktionsmenge auf einmal auf 7 kg jährlich.
Nach der Stilllegung pumpte man natürlich auch kein Wasser mehr aus den Stollen und Gängen heraus, und so wurden sie innerhalb kürzester Zeit überflutet.
So endete nach 700 Jahren der Goldabbau in Złoty Stok; in diesem Zeitraum wurden insg. 16 Tonnen Gold gefördert.

35 Jahre lang kümmerte sich niemand um die stillgelegten Bergwerke. Nach der politischen Wende von 1989/90 schlug der erste frei gewählte Bürgermeister Złoty Stoks, Herr Wiktor Lubieniecki vor, die alten Bergwerke für den Fremdenverkehr nutzbar zu machen.

Man machte sich an die Arbeit und nach 5 Jahren, am 28. Mai 1996 wurde das Goldbergwerk neu eröffnet, diesmal als touristische Attraktion. Derzeit können darin drei Stollen („Gertrud“, „Oberer Schwarzstollen“ sowie „Unterer Schwarzstollen“) und der polenweit einzige unterirdische Wasserfall von 8 m Höhe besichtigt werden.

Im Goldbergwerk in Złoty Stok gibt es noch viel zu entdecken. Ob Skelette verschütteter, nie geborgener Opfer von Bergbaukatastrophen oder von Nazis eingerichtete, geheime Lagerstätten…

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